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Presse - Aktuell

 

MT - Bericht vom 21. Mai 2018

 

 

Die „Els’“ hat noch den Schalk in den Augen

Hans Viardot hielt Rückblick auf 20 Jahre "Krone"

Helga und Hartwig Meier bekamen von Gerhard Wagner (Mitte) einen Geschenkkorb.   
 
 
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Helga und Hartwig Meier bekamen von Gerhard Wagner (Mitte) einen Geschenkkorb.

Zum 20. Geburtstag des Wirtshausmuseums Krone erschienen am Freitag im Traditionsgasthaus viele von nah und fern angereiste Freunde, so dass der Festsaal rappelvoll war. Für die Krone ist das kein ungewöhnlicher Zustand. Die „Vernissage“ der Veranstaltung mit einem Rückblick auf die beeindruckende Geschichte des Vereins wurde musikalisch untermalt vom Duo Spootschicht mit Bertold Hünenberger und Andreas Schaffrinna.

Rückblick auf Vereinsgeschichte

Schon einige Jahre vor dem Tod der letzten Wirtin Luise Kallfaß im Jahr 1997 machten sich einige Gäste und Freunde der alten Wirtschaftskultur Gedanken, wie das Haus mit seiner einzigartigen Ausstrahlung für die Zukunft erhalten werden könnte. Das Gasthaus mit seiner alten unveränderten Bausubstanz und einmaligen Interieur sollte unbedingt weiter bestehen. So wurde am 16. Mai 1998 der „Verein zur Erhaltung des Gasthauses Krone Tegernau“ gegründet. Weitere zehn Jahre später wurde der Vereinsname in „Wirtshausmuseum Krone Kleines Wiesental“ abgeändert. 2016 verschmolz der alte KuK (Kunst und Kultur Kleines Wiesental) mit dem neuen KuK (Krone und Kultur Kleines Wiesental).

Tausende von Arbeitsstunden wurden von Freiwilligen für die Renovierung geleistet.

Hans Viardot sagt: „Das war eine ganz tolle Leistung, die viele Leute aus der Regio erbracht haben - etwas was man heute nie mehr schaffen könnte“. Zuletzt wurden Elektroarbeiten ausgeführt, außerdem wurde die Krone an das Nahwärmenetz angeschlossen. Das Gebäude habe man bei der Übernahme des Vereins in schlechter Bausubstanz angetroffen. „Heute ist sie für das ganze Tal zum Schmuckstück geworden“. Und schlussendlich: „Alles wurde renoviert, jeder Stein wurde umgedreht - aber wichtig ist für eine gute Restaurierung, dass man sie nicht sieht“.

Kleines Wiesental als Tal der Museen

Die Kunstwelt des Kleinen Wiesentals mit den Aktivitäten des Vereins leistete in den vergangenen Jahren allerhand: Bauernhofmuseum Schneiderhof, Ausstellung der Arbeiten von Theo Kölbl im Ochsen Tegernau mit späterem Umzug in die Krone, Ernst-Schleith-Museum Wieslet, Friedrich-Ludwig-Museum, Einrichtung einer Schleith-Stube im Gasthaus Maien Wieslet, Einrichtung einer Friedrich-Ludwig-Stube in der Sonne Wieslet, Mahnmal in Elbenschwand, Billichsche Feilenhauerei. Das Kleine Wiesental könne man daher mit Fug und Recht als „Tal der Museen“ bezeichnen.

Krone als Ort der Begegnung

Tausende Besucher in unzähligen Führungen, regelmäßigen Freitagabend-Öffnungen mit Stammtisch und Kartenspieler(innen), ca. 150 sonntägliche Frühschoppen, standesamtliche Trauungen, über 300 musikalische Veranstaltungen mit Theater und Cabaret, Tanzkurse, Kunst- und Fotoausstellungen und viele private Feste belebten die Krone. Das Museumsgasthaus zeigt über 1000 historische Fotografien, die teilweise in Dauerausstellungen präsentiert werden.

„Die Krone ist ein Haus voller Bilder, Geschichte und Geschichten“, so Viardot. Auch wurde die Krone „kostenlose Volkshochschule des Kleinen Wiesentals“ genannt. Erfreulicherweise ist sie - auch aufgrund des eigenen Fleißes und einer überraschenden Erbschaft - schuldenfrei. Ausgelagert wurde ab 5. Mai der Wirtschaftsbetrieb als Museumscafé. Die Übertragung erfolgte an Ines Kuttler und ihr Team. Der Verein zählt derzeit 310 Mitglieder.

Krone als Ort des Singens und Lachens

Hans Viardot stellt fest: „In den letzten 20 Jahren wurde in der Krone so viel gesungen und gelacht wie kaum an einem anderen Ort. Es gibt kaum einen alemannischen Liedersänger, der noch nicht hier war“. Rekordverdächtig ist ihm ein unvergessliches Konzert mit den Knastbrüdern Christian und Jeannot Weißenberger mit Otto Bürgelin in Erinnerung, wo insgesamt 420 Zuhörer über den Festsaal, die Wirtsstube, das Nebenzimmer und den Garten verteilt werden mussten. Die Musiker hatten dann die nicht alltägliche Aufgabe, wechselnd in den verschiedenen Räumen ihre Stücke zu präsentieren.

Ehrungen

Für 18 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit wurde Helga Meier als Kassiererin und Ehemann Hartwig als Beisitzer und Vorstandsmitglied durch Gerhard Wagner mit einem Geschenkkorb geehrt. Beide hatten sich aus gesundheitlichen Gründen entschlossen, anlässlich der Fusion mit dem neuen KuK ihre Ämter zur Verfügung zu stellen.

Als unbestreitbarer Star der Geburtstagsfeier erwies sich erneut die 91-jährige Else Wittum aus Holl. Mit der im Jahr 2016 verstorbenen Erna Lenz als „Nachtigallen des Kleinen Wiesentals - D’Els un D’Erna“ bekannt, präsentierte sie aus ihrem unerschöpflichem Potential an spontanen Witzen mehrere Kostproben. Die junggebliebene „Els’“ hat erkennbar noch den „Schalk in den Augen“ und trug in vertrauter Weise zu Lachsalven im Publikum mit lang anhaltendem Beifall bei. Ihre Witze waren in „Elses Witzbüchle“ gesammelt, das sie zum Verkauf anbot. Die Beliebtheit von „Els“ zeigte sich in den Warteschlangen ihrer Fans, die eine Ausfertigung des Büchleins samt Autogramm erwerben wollten. Die Kunstmalerin Bettina Bohn hatte darüber hinaus im Gedächtnis an das Duo ein Porträt beider Unterhaltungstalente gemalt und dem Verein übergeben. Die Geburtstagsfeier gestaltete das Musikcabaret „Die Liebestöter“

 

 

Original-Bericht: MT / Gudrun Gehr

 

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