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Presse - Aktuell

 

MT - Bericht vom 26. August 2018

 

 

Alte Gerichte neu interpretiert

Im Rahmen des KuK-Kulturprogramms fand in der „Sennhütte“ in Schwand
 ein Abend zum Thema „Alte Gasthäuser im Kleinen Wiesental“ statt.

Hans Viardot (links) und Michael Fautz gestalteten in der Schwander â??Sennhütteâ?? einen   Abend zum Thema â??Geschichte der Gastronomie im Kleinen Wiesentalâ??. Foto: Markgräfler Tagblatt
Hans Viardot (links) und Michael Fautz gestalteten in der Schwander „Sennhütte“ einen Abend
zum Thema „Geschichte der Gastronomie im Kleinen Wiesental“.

 Hans Viardot, Kenner des Kleines Wiesentals, nahm die rund 90 Besucher an diesem historischen und genussvollen Abend mit auf einen Streifzug durch die Wirtshausgeschichte des Kleinen Wiesentals, berichtete von der ersten Gaststätte im Kleinen Wiesental, die, betrieben von einem Geschlecht der Waldecker in Niedertegernau, 1113 urkundlich erwähnt ist. Im 18. und 19. Jahrhundert hätten sich in allen Dörfern der heutigen Einheitsgemeinde Gaststätten etabliert. Teilweise wurden sie mehrere Jahrhunderte betrieben, teilweise nur mehrere Jahrzehnte, sagte Viardot und erwähnte über 60 Gaststätten.

Zentrum der Gastronomie war Tegernau. Dort wurde die „Real-Taverngerechtigkeit“ durch Markgraf Karl Wilhem III. 1735 an Hartmann Hug verliehen, dessen „Krone“. Die Gaststätte ist das erste Haus am Platz gewesen und der „Blaue Saal“ der zentrale Veranstaltungsort. Das habe bis 1997 gegolten, bis zum Tod der letzten „Kronen“-Wirtin, Luise Kallfaß. Seit 20 Jahren, ist die „Krone“ als Wirtshausmuseum ein lebendiges Kulturzentrum und seit einem knappen halben Jahr als „Wirtshauscafé“ auch wieder eine Stätte der Einkehr.

Damit schlug Viardot den Bogen zur Situation der Gastronomie im Tal. Denn von einst über 60 Gaststätten finden sich im Kleinen Wiesental aktuell nur noch vier in Neuenweg, je drei in Wieslet und Tegernau, zwei in Stockmatt sowie je eine in Niedertegrnau, Wies, Sallneck und Ried.

Dem Gaststätten-Sterben könne nur entgegengewirkt werden, wenn die politischen Rahmenbedingungen verbessert werden, sagte Viardot. Und wenn, wie es Grethers vormachen, Familien über Generationen die Liebe zur Gastlichkeit weitergeben und bewusst leben. „Man bekommt auch etwas zurück von den Gästen: Dankbarkeit“, sagte abschließend Seniorchef Rolf Grether.

Drei Generationen Grether:  (von links) Jürgen, Rolf, Rosemarie, Sabrina, Maximillian, Bettina und Karola Grether gestalteten einen â??historischen Abendâ?? im Zuge des Jubiläumsprogramms  der â??Sennhütteâ?? in Schwand.   
Fotos: Ralph Lacher Foto: Markgräfler Tagblatt
Drei Generationen Grether: (von links) Jürgen, Rolf, Rosemarie, Sabrina, Maximillian, Bettina und Karola Grether
gestalteten einen „historischen Abend“ im Zuge des Jubiläumsprogramms der „Sennhütte“ in Schwand.

Michael Fautz, Kenner und Chronist der Markgräfler Gasthäuser, ging beim „historischen Abend“ ausführlich auf die Geschichte der „Sennhütte“ ein, die seit 120 Jahren besteht und seit 100 Jahren von der Familie Grether geführt wird (wir berichteten ausführlich). Grethers hätten mit Fleiß, Talent und Weitsicht das Gasthaus zu einem weit über die Region hinaus geschätzten Haus gemacht, sagte Fautz vor rund 90 Gästen, für die Maximilian Grether „alte Gerichte neu interpretiert“ auf den Tisch brachte: „Bibeleschäs“ (Sennhütten- Frischkäse und -Schinken), geröstetes Bauernbrot, eingelegte Radieschen und Perlzwiebelen, „Russischi Eier“ (Pochiertes Landei, Kartoffel-Nussbutterstampf, Forellenkaviar, Speckknusper), „Suppefleisch, Roti Raane, Chnödel“ (gegarter Rinderbug, Meerettich-Apfelcreme, Rote-Beete-Püree, gebratener Serviettenknödel) und „Schwarzwälder Kirsch“ (Kirschsorbet, Schokoladenbrownie, Streusel, eingelegte Kirschen und Kirschwasserschaum).

 

 

Original-Bericht und Fotos: MT / Ralph Lacher

 

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