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Die Chronik der sonntäglichen "Krone - Frühschoppen"

 

 

 

„Saufen wie die Bürstenbinder"

Siegfried Schmieg hielt in der „Krone" einen Vortrag über Redewendungen


Hielt einen interessanten Sprachkurs ab: Siegfried Schmieg.
Foto: privat

„Wer am längeren Hebel sitzt..." mit Siegfried Schmieg aus Hausen war ein uriger „Krone"-Frühschoppen, der hautnah Erinnerungen an frühere Zeiten aufkommen ließ. Nur wurde nach dem früher obligaten Kirchenbesuch der Gutedel in Viertelegläsern und nicht mehr in Schoppengläsern getrunken.

Auch das Rauchen, früher in Wirtschaften „als etwas Besonderes gepflegt", ist heute aus der rauchgeschwärzten „Krone"-Gaststube verbannt. Aber das schwarze Brett hängt noch in der Wirtschaft, Wo manch ein Gast - auch heute noch - „in der Kreide stand". In dieser Atmosphäre rund um den Stammtisch wurden alte Redewendungen, wie „Saufen wie die Bürstenbinder", „Am Schlafittchen packen", „Etwas auf dem Kerbholz haben", „Etwas Springen lassen", „Da ist Hopfen und Malz verloren" oder „Wissen, wo der Barthel den Most holt" verständlich erklärt.

Johann Peter Hebel, der Name Hebel bedeutet nichts anderes als Bäcker, hätte sicher seine Freude an diesen Sprachforschungen gehabt. Ob Johann Peter Hebel, der bekanntlich viele Wirtschaften in der Region kannte, auch einmal in der Tegernauer „Krone" war? Zumindestens existierten der „Adler" (1731) in Hausen und die „Krone" (1735) in Tegernau schon bei Hebels Geburt.

Natürlich hat Hebel die alemannische Sprache nicht erfunden, sie leitet sich aus lateinischen, griechischen, keltischen, jüdischen, französischen und anderen Wurzeln ab. Woher kommen die Ausdrücke stockfinster oder aufgedonnert, schmökern, salbadern, einbläuen, durchhecheln und verhaspeln oder Chunst, Abort, Klo, Kommode, Taffäre, Kaffer und die heutige CD?

Diesen Sprachkurs hat Siegfried Schmieg, am alten „Krone"-Klavier begleitend, mit „Ne Gsang in Ehre", „Un wo ni lueg" oder „Z'Mülle an de Poscht" aufgelockert. Und alle haben herzhaft mitgesungen. „So sicher wie das Amen in der Kirche" wird dieser „Krone"-Frühschoppen unvergesslich bleiben.



Bericht: MT / KUK

 

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