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Die Chronik der sonntäglichen "Krone - Frühschoppen"

 

 

 

„Stress entsteht im Menschen selbst“

Ratschläge zu einer Entschleunigung und einer Bewältigung alltäglicher Stress-Situationen

„Tief ein- und ausatmen“: Christian Büttner gab seinen Zuhörern Tipps, wie An- der Entspannung weichen kann. Foto: Heiner Fabry
„Tief ein- und ausatmen“: Christian Büttner gab seinen Zuhörern
Tipps, wie An- der Entspannung weichen kann. Foto: Heiner Fabry

Für Ratschläge zu einer Entschleunigung und einer Bewältigung alltäglicher Stress-Situationen hatte der „Krone“-Verein für einen Vortrag Christian Büttner, ärztlicher Leiter der anthroposophischen Fachklinik, Haus am Stalten in Endenburg, gewinnen können. Christian Büttner begann seinen Vortrag mit einem Sprichwort aus dem Asiatischen. „Dumme rennen, Kluge warten, und Weise gehen in den Garten.“

Als Einstieg in die Diskussion stellte der Redner die Frage „Stresst uns die rote Ampel?“, um gleich selbst die Antwort zu geben. Es ist nicht die Ampel, die stresst, sondern die Haltung zum roten oder grünen Licht der Ampel. Die Menschen müssten einsehen und verstehen, dass Stress nicht von äußeren Faktoren hervorgerufen werde, sondern immer im Menschen selbst entstehe, je nachdem wie sie auf äußere Gegebenheiten reagieren. Das Leben werde bestimmt von Anspannung und Entspannung. Zur Anspannung gehöre notwendig die Entspannung. Gebe man der Entspannung keinen Raum, verkrampft sich der Mensch, und es komme zu dem, was man als Stress erlebt.

Die rote Ampel sei also nicht das Problem, sondern die Angst, zu spät zur Arbeit zu kommen oder einen wichtigen Termin zu verpassen. Es gelte also, innezuhalten und herauszufinden, was es ist, was den Stress auslöst. Ist der Grund für die Anspannung erkannt, sei auch der Weg in die Entspannung gefunden.

Eine Hilfe könne sein, konzentriert und kraftvoll auszuatmen, um die Spannung zu lösen. Christian Büttner übersetzte die „Rote Ampel“ auf die im Kleinen Wiesental emotional geführte Diskussion um geplante Windräder. In des Redners übersetzter Formulierung lautet die Frage „Machen Windräder Stress?“. Natürlich machten Windräder keinen Stress, sondern sie seien, was sie sind – eben Windräder. Den Stress mache der Mensch selbst, je nachdem wie er sie betrachtet. Ein Anfang der Bewältigung liege in der Fähigkeit, die entstehende Anspannung in der Entspannung zu lösen.

Aus der Zuhörerschaft kam die Frage, wie mit kindlichen Prägungen umzugehen sei. Viele Menschen hätten die Erfahrung gemacht, dass sie als Kinder Prägungen erfahren haben, die sich im späteren Leben als hinderlich erweisen. „Sei still, wenn Erwachsene reden“, „Was auf dem Teller ist, muss aufgegessen werden“ oder ähnliches nenne man „Deckelungen“. Laut Christian Büttner gehören zum „Deckeln“ immer zwei – einer der deckelt, und einer, der sich deckeln lässt. „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“, meinte Christian Büttner.

Liegen solche Prägungen vor, helfe es wieder, innezuhalten und herauszufinden, welche Muster hier im Spiel sind. Jedes Muster könne geändert werden, egal wie tief es sich eingefressen hat, so Büttner. Wichtig sei die Erkenntnis: „Ich bin ein wichtiger Mensch – auf mich kommt es an.“ Habe man sich für die Änderung entschieden, müsse man sie auch tun. „Geht’s daneben, dann weiter versuchen.“

Eine wichtige Übung ließ Christian Büttner seine Zuhörer gleich probieren. „Schaffen Sie sich Raum für kleine Pausen im Alltag. Stehen Sie aufrecht wie ein Baum mit der Krone nach oben und den Wurzeln im Boden – atmen Sie tief ein und ebenso tief wieder aus. Lassen sie die Spannung weichen und genießen Sie die Entspannung“ riet der Arzt. Der Mensch solle für sich erkennen, was für das eigene Leben wichtig ist, und daran solle er konsequent festhalten.



Bericht: MT / Heiner Fabry

 

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