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Die Chronik der sonntäglichen "Krone - Frühschoppen"

 

 

 

Größere Wunder gibt es hier

Das Wirtshausmuseum "Krone" in Tegernau beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals.


Das schöne Wirtshausschild der „Krone“.     Foto: Kathrin Blum

Die "Krone" in Tegernau ist längst kein normales Gasthaus mehr, sondern ein Wirtshausmuseum, das ein Verein trägt. Führungen gibt es am Sonntag, 8. September, von 11 bis 16 Uhr beim Tag des offenen Denkmals und am Freitag, 20. September, um 15 Uhr, im Rahmen einer der "KULtouren" der Initiative KUK.

Die Tegernauer "Krone" mausert sich immer mehr zu einem Haus voller Bilder, Geschichten und Geschichte und lädt zum Besichtigen und Verweilen ein. In der rauchgeschwärzten, niedrigen Gaststube, in der es scheint, als sei die Zeit stehen geblieben, hängen rund um den Stammtisch alte Fotografien, Urkunden, Jubiläumsteller und Wandsprüche aus der vergangenen Epoche von Berta und "Luis" Kallfaß. Eine Kostprobe? "Als Jesus an den Felsen klopfte, geschah ein Wunder, Wasser tropfte. Doch größere Wunder gibt es hier, hier ruft man Luis, schon hat man Bier".

Im großblumig tapezierten Nebenzimmer, dem früheren "Herrenzimmer", hängen fast 30 historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen von der Tegernau "Krone" und dem immer noch geschlossenen "Ochsen". Interessant ist eine Fotografie, die um 1900 entstand. Es zeigt den damaligen Tegernauer Arzt Max Berberich auf einem Einspänner mit Kutscher Hansi vor der "Krone". Und über der alten Musikbox thront das Kölbl-Porträt vom "Meier-Karle", einem bekannten Tegernauer Original.

Im "Berta"-Zimmer mit der blauen "Chunscht" hängen 30 Kölbl-Bilder von der "Krone", einschließlich "Schießhüsli", von Alt-Tegernau, von der "Rothenburg" vor dem Basler Erdbeben von 1356 und typische Kölbl-Karikaturen. Über die steile Treppenstiege hinauf kann man einen Blick in die Schlafkammer der legendären "Kallfaß-Luis" werfen, die auf einem Kölbl-Porträt über ihrem kurzen Originalbett hängt. Im "Krone"-Saal hängen 85 Fotos "Alte Gasthäuser im Kleinen Wiesental", von denen nur noch 30 existieren. Auch im Kleinen Wiesental hat das Wirtshaussterben längst begonnen.

Im Toilettengang sind auf fünf großen Tafeln mehr als 160 Fotografien und Postkarten mit historischen Ansichten vom Kleinen Wiesental zusammengestellt. Es ist eine Dokumentation der letzten hundert Jahre. Hier finden sich Fotos vom großen Brand in Neuenweg am 8. Oktober 1903, von russischen Kriegsgefangenen am Ende des Ersten Weltkrieges, vom Dammbruch des Nonnenmattweihers am 1. Mai 1920, vom Albert-Schöni-Brunnen 1935 in Tegernau, vom R.A.D.- Lager Dr. Winter 1937 in Wies, von der Evakuierung des Markgräflerlandes und der Bombardierung Haltingens 1940 und viele einmalige, gestochen scharfe Fotografien aus dem Alltag unserer Region.

Diese fast 400 Bilder und zeitgeschichtlichen Dokumente können immer beim Freitagabend-Hock ab 19 Uhr, bei "Krone"-Veranstaltungen und bei Führungen besichtigt werden.

Bericht: BZ/Kathrin Blum

 

Erinnerung an lebhafte Wirtshaustage

Viele Besucher nutzten den "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, um sich die "Krone"
in Tegernau zeigen zu lassen.

TEGERNAU (BZ). Bei dem "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag in der Tegernauer "Krone" war alles gut vorbereitet und eine logistische Herausforderung für das ehrenamtlich arbeitende "Krone"-Team um Helga Maier, das sich mit den ehemaligen "Starköchen" Peter Bauer aus Zell und Günter Roßkopf aus Lörrach verstärkt hatte. Das Suppenfleisch "Markgräfler Art", das Bier vom Fass und die vielen gespendeten, hausgemachten Kuchen kamen gut an. Aber ausgerechnet das Wetter musste diesem Tag seinen Stempel aufdrücken, schreibt das "Krone"-Team in einer Mitteilung. Erst kurz vor Konzertbeginn konnte die Gartenwirtschaft aufgebaut werden, und mitten im Konzert musste in den "Krone"-Saal umgezogen werden. Dennoch konnte der Musikverein Tegernau unter Leitung von Vizedirigent Björn Kallfaß die Zuschauer gekonnt in seinen Bann ziehen.

Rainer Brutschin vom MV Tegernau bedankte sich für die gute Kooperation mit dem "Krone"-Team und – nach Schließung des Gasthauses "Ochsen" – für das neue Vereinslokal nach der Musikprobe am Freitagabend.

Hans Viardot von der "Krone" erinnerte daran, dass der MV Tegernau im Jahre 1900 in dieser "Krone" gegründet wurde, dass die "Krone" schon früher das Vereinslokal und die "Kallfaß-Luis" der größte Fan des MV war. Nicht nur auf der neuen Naturbühne, auch im "Krone"-Saal konnten die Tegernauer Musiker und Musikerinnen als Orchester und als Einzelsolisten mit "O Vitinho", "Reflexions of Pop", "Forever you" oder mit dem "Böhmischen Traum" das Publikum überzeugen.

Den ganzen Tag war ein Kommen und Gehen. Schon früh besuchte ein Ehepaar aus Mulhouse die "Krone", und eine fröhliche Schweizer Wandergruppe war ebenfalls früh auf den Beinen. Die vielen Besucher kamen aus der ganzen Regio und nahmen an Führungen teil.

Bericht: BZ/KUK

 

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