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Die Chronik der sonntäglichen "Krone - Frühschoppen"

 

 

 

Uneigennütziger Einsatz für Arme

Ein mit vielen Fotos angereicherter Vortrag vom plastischen Chirurgen Günter Zabel

Chirurg Günter Zabel  mit  Frau Marianne.   
 
Foto: Heiner  Fabry Foto: Markgräfler Tagblatt
Chirurg Günter Zabel mit Frau Marianne. Foto: Heiner Fabry / MT

In einem mit vielen Fotos angereicherten Vortrag gewährte der plastische Chirurg Günter Zabel am Sonntag beim „Krone“-Frühschoppen in Tegernau einen Einblick in die Arbeit des Interplast-Teams und seinen seit Jahrzehnten weltweit durchgeführten Operationseinsätzen. Bei der abschließenden Hutsammlung zugunsten der Arbeit von Interplast Deutschland würdigten die begeisterten Zuhörer die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Ärzte und ihrer Teams mit einer Sammlung von 1080 Euro, die vom „Krone-Verein“ auf 1220 Euro aufgerundet wurden.

Seit 1986 ist das Team aus Plastischen- und Handchirurgen mit Unterstützern von Anästhesisten und Helfern im Einsatz. Die unentgeltlichen Operationseinsätze werden von den Teams während deren Ferien überall in der Welt organisiert und durchgeführt. Die Reisekosten tragen die Ärzte und Helfer jeweils selbst. „Wir übernehmen nur Aufgaben, welche die Mediziner vor Ort nicht selbst durchführen können“, erläuterte Günter Zabel.

Behandelt werden hauptsächlich angeborene Missbildungen und Verbrennungen

Bei den Operationen und Behandlungen binden die Fachleute von Interplast die Mediziner vor Ort immer mit ein, so dass gleichzeitig ein gewisser Transfer von Kenntnissen und Fähigkeiten im Gastland sichergestellt ist.

Behandelt werden angeborene Missbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, Doppel-Daumen oder zusammengewachsene Gliedmaßen und sehr häufig Verbrennungsfolgen. Für ihre Arbeit nehmen die Ärzte und ihre Teams kein Geld.

Bei den Schilderungen der verschiedenen Einsätze bekamen die Zuhörer eine anschauliche Schilderung der operierten Patienten und der Umstände, unter denen die Ärzte und ihre Helfer teilweise tätig werden müssen.

„Die hygienischen Verhältnisse in den jeweiligen Gastländern sind teilweise katastrophal“, schilderte Zabel. Teilweise müssen die Teams die Operationszimmer erst einmal gründlich putzen, bevor sie an die Arbeit gehen können.

Auch der Umgang mit mitgebrachtem oder überlassenem Material lässt teilweise zu wünschen übrig. „Hochwertige Geräte, die wir den Krankenhäusern in Afrika überlassen haben, standen nach Jahren noch unbenutzt und verstaubt genau an den Orten, an denen wir sie eingeräumt hatten“, berichtete der Mediziner.

Auch in Indien seien die Teams mit erheblichen Sauberkeits- und Hygienemängeln konfrontiert worden. Das gehe zum Teil auf den Einfluss des Kastenwesens zurück. Für höherstehende Kasten ist es unter der Würde von Medizinern, selbst für Sauberkeit zu sorgen. Benutztes Gerät wird nach dem Gebrauch einfach auf den Boden geworfen.

Allerdings habe man auch die Erfahrung gemacht, dass die Menschen vor Ort sehr schnell dem Beispiel der ausländischen Mediziner folgen, wenn diese Spritzen und Verbandsmaterial entsorgen oder den Raum nach einem Eingriff wieder säubern. Zum Teil werden die Teams mit dramatischen Verbrennungsfolgen in Afrika oder Südamerika konfrontiert.

In Gegenden, in denen es kaum Brennmaterial gibt, wird häufig nur mit Kerosin geheizt oder gekocht. Kommt es hier zu Unfällen mit Kerosin, können großflächige Verbrennungen und schwere Entstellungen der Menschen entstehen.

Günter Zabel zeigte Fotos von einigen Patienten vor der Behandlung und nachher, die beweisen, welch segensreiche Arbeit die Ärzte und ihre Helfer bei ihren Einsätzen leisten.

Die Zuhörer zeigten sich von dem Vortrag und der ehrenamtlichen, unentgeltlichen Arbeit, welche die Interplast-Teams leisten, sehr beeindruckt.

 

Original-Bericht: BZ & MT / Heiner Fabry

 

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