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Die Chronik der sonntäglichen "Krone - Frühschoppen"

 

 

 

Geschichten von Hebel auswendig

Christian Wirth erzählte.

"Hebels Kalendergeschichten – einmal anders". So lautete das Thema des jüngsten Frühschoppens im Museumswirtshaus "Zur Krone" in Tegernau. Und er war in dieser alten, rauchgeschwärzten Gaststube "anders". Er erinnerte an frühere Zeiten, als des Lesens kundige Lehrer, Pfarrer oder Acziser den Wirtshausgästen an einem Lesepult Neuigkeiten aus der weiten Welt vorlasen.

Christian Wirth, pensionierter Lehrer aus Schopfheim, trug mit seinem phänomenalen Gedächtnis acht Kalendergeschichten von Johann Peter Hebel auswendig vor. Ob "Kannitverstan", "Der geheilte Patient", "Der Zundelfrieder" oder andere – all diese Geschichten faszinierten in der Kürze und Brillanz, lebensklug, volksaufklärend, unglaublich modern und damit zeitlos. Sie schlugen die Zuhörer in der voll besetzten Gaststube "rund um den Stammtisch" in den Bann, die berühmte Nähnadel hätte man fallen hören können und beim "unverhofften Wiedersehen" standen einzelne Tränen in den Augen. Ernst Bloch hat diese Kalendergeschichte als die "schönste Geschichte der Welt" bezeichnet und Hermann Hesse Hebel wegen seiner Kalendergeschichten als den "größten deutschen Erzähler".

Mit viel Stille, Nachdenklichkeit, Schmunzeln, Lachen und Klatschen war dieser Frühschoppen ein echter "Liechtgang" im Sinne Hebels. Auch hier galt: "Jede Sunntig e Schöppli".

Bericht. BZ/KUK

 

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